Donau 6

Schlagartig hatte sich die Energie mit dem Grenzübertritt verändert und das Gefühl der Weite war verschwunden. Die Donau „versteckte“ sich nun immer mehr hinter hohen Hügeln… und so kam es, dass ich irgendwo wie über eine steile Pass-Strasse fuhr, um unten dann an einer Jausenstation anzukommen. Also legte ich eine gemütliche Rast ein. Und sie war gut, denn so konnte ich mich ein wenig an die „kantig“ gewordenen Energien hier anpassen.

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Dort entlang des Radfahrweges gab es auch eine Möglichkeit, das Wasser der Donau zu berühren. Wieder tauchte ich den blauen Kristall in das Wasser und legte ein Salbeiblatt und einen canadischen Cedar-Zweig dazu. Draussen am Wasser war auch Danu, die Donauhüterin. Doch aus irgend einem Grund schien sie sich zu verbergen. Ihre Finger wiesen aber auf die Steine vor mir, von denen ich ein paar mitnehmen sollte.

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Der Weg nach Linz war geprägt von einem Hin- und Herfahren, einmal über die Donau, dann wieder zurück… sie „verlieren“ und wieder finden. Schlösser, Burgen, Klöster, Schleusen … das Meiste dem Blick verborgen, zumindest von der Strasse aus.

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Die berühmte Donau-Schlinge Schlögen war an einer Stelle zu sehen, doch keine Spur dann mehr von ihrer Doppel- oder S-Drehung. Wieder fuhr ich über Hügel, durch Wälder und Orte, um dann am anderen Ende der Schlinge anzukommen. Das aber, was dazwischen lag, bliebt geheimnisvoll verborgen. So wanderte ich für eine Weile am Ufer entlang – dort an der „Donaufähre Obermühl“ – um die Stille zu geniessen und die Kraft des Flusses zu spüren. Das Blätterdach des Waldes wirkte kühlend.

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Ein paarmal sah ich den Fluss dann noch von oben, durch einen dichten Wald hindurch oder weit aus der Ferne… und es war, als würden wir uns auch innerlich nun voneinander entfernen. Das war ein ganz eigenes Gefühl.

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Der letzte Punkt vor Linz, an dem ich Halt machte, war Ottensheim. Auch dort gab es ein Ortsfest und somit keine Zufahrt zum Zentrum und zum Fluss. Nur weiter oben, wo sich der Regatta-Verein befindet, war über den Nebenarm ein Blick hinüber zur Donau möglich. Damit ging es nun dem Ziel dieser Drei-Tage-Reise entgegen: Linz. Drei Tage waren es nur und sie fühlten sich an wie eine Ewigkeit.

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Es war am Ufer an der West-Einfahrt (Urfahr), wo ich diese Reise dann offiziell beendete… wenn mir auch klar war, dass es da noch viel mehr gab und dass deshalb auch zu Hause eine ganze Menge Arbeit auf mich warten würde.

Als ich dann über die Nibelungenbrücke fuhr, begann es zu regnen… und zum ersten Mal dämmerte mir, dass der Name dieser Brücke auf etwas hinweist, das hinter dichten Nebeln in unserer Vergangenheit verborgen liegt.

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Weil eine Freundin im nahen Mühlviertel am nächsten Tag Geburtstag hatte, übernachtete ich dort und es gab zum späten Abendessen und als „krönenden“ Abschluss dann noch Fisch aus dem eigenen Teich.

* * *

Spät am nächsten Tag kam ich nach Hause, wo mich zunächst einmal das erwartete, was in den vergangenen Tagen liegen geblieben war. Die Rückgabe des Autos, das ich für die Donau-Reise ausgeliehen hatte, war ebenfalls einzuplanen – was einen ganzen Tag beanspruchen würde. Am Dienstag vormittags war alles dann halbwegs eingeteilt. Doch die relative Ruhe sollte nur kurz andauern und schon löste sich alles wieder in Luft auf.

Es war „der Ruf der Donau“ und er war eindringlich. Ich solle noch einmal nach Passau zurückkehren… Bereits am Nachmittag sass ich im Zug dorthin, wie in Trance. Es war kaum fassbar.

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Im Bus, mit dem ich dann eine ganze Weile durch die Stadt fuhr, wurde mir erst das ganze Ausmass der neuen Aufgabe bewusst: Morgen sollte es mit dem Schiff von Passau nach Linz gehen. Danach ginge es weiter von Linz nach Wien… und schliesslich nach Bratislava… Dazwischen musste das Auto zurück zu seinem Besitzer. Vorne fiel gerade ein Strahlenbündel aus den dunklen Wolken.

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Nachdenklich verbrachte ich den Abend dann in einem sehr kühl wirkenden und dem üblichen touristischen Establishment entsprechenden Hotel. Dort aber wurde spürbar, was diesen Ort prägt, in dem drei Flüsse zusammenkommen…

Passau ist die Stadt, in welcher sich die ganze Macht einer ganz bestimmten Ebene angesammelt hat. Die Donau hat alles gesammelt und in ihrem Verlauf durch Deutschland mitgebracht. Von da aus aber ergiesst sich genau die selbe Macht auf den nächsten Abschnitt und eigentlich bis hinein ins Schwarze Meer. Das jedoch, was hier gesammelt und weitergegeben wird, entspricht in keiner Weise der ursprünglichen Kraft des Platzes und der betroffenen Länder.

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Die Stadt-Busse am Morgen waren überfüllt. Alles drängte zur Arbeit und zur Schule. Lange noch, bevor das Schiff an der Promenade ablegte, sass ich am Fluss, um mit Danu „im Gespräch“ zu sein… und auch, um uns mit all den Kräften zu verbinden, welche die weitere Arbeit unterstützen und mit-erschaffen würden.

Der Inn bringt hier ein spezielles Thema heran, denn er ist ein mächtiger Fluss, der tief aus den Alpen kommt und der auf eine bestimmte Weise die Energien des alten Atlantis nach aussen befördert, die sich in den Schutz der Berge zurückgezogen hatten. Um die damit verbundenen Geheimnisse zu wahren, musste natürlich der Hüter dieses Flusses verwahrt und sogar „entsorgt“ werden. Damit fliesst zwar ein mächtiger Fluss mit der Donau hier in Passau zusammen, aber es fehlt ihm der Geist.

Die Ilz aber, der kleine schwarze Fluss aus dem Norden, ist das Kind aus dem Moor, aus dem dunklen, leben- und nährstoff-reichen Mutterschoss. Sie wird auch die „Schwarze Perle des Bayrischen Waldes“ genannt und ist durch ein Naturschutzgebiet ein bisschen mehr verschont von der ansonsten üblichen Behandlung hiesiger Gewässer.

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Busweise wurden die Leute dann zum Schiff heran gefahren und die meisten von ihnen sollten während der Fahrt das mittlere Deck (das Restaurant) nie verlassen und nach oben gehen, um den Fluss und seine Umgebung direkt zu sehen.

Ganze Schulklassen bestiegen das Schiff. Es gelang mir aber, ganz vorne meinen Platz einzunehmen und ihn dort für diese fünf-stündige Fahrt zu behalten. Als das Schiff ablegte, herrschte überall bereits eine grosse Betriebsamkeit. Das Zentrum der Stadt zog wie ein Gemälde an uns vorbei und die geeinte Kraft der „drei Flüsse“ nahm uns nun mit auf ihre Reise.

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Passau, das „Venedig Bayerns“, war bereits aus dem Sichtfeld verschwunden und ich war – sanft getragen vom Schiff auf den Wellen der Donau – plötzlich eingetaucht in uralte Geschichten entlang dieses Flusses. Es war jedoch eher wie ein Eintauchen und ein Auftauchen, wie ein ständiges Überblenden von Wirklichkeiten, wie ein Wandern in parallelen Welten.

Die Sonne brannte bald schon herab… doch ich spürte es lange nicht, weil da nun Bilder auftauchten und Geschichten, die wieder verblassten oder von anderen verdrängt wurden. Was man uns am Schiff erzählte aber, hörte ich nur am Rande.

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Einst lebten in diesen Landen Völker, genannt die Nibelungen, hörte ich es aus den Tiefen des Wassers heraufsteigen. Sie waren die Hüter eines grossen Schatzes und des roten Goldes. So wird es auch in vielen alten Geschichten erzählt. Ihr König, ein Zwergenkönig, war mächtig und weise und man berichtet über ihn, dass er der Vereinigung aus Nacht und Nebel entstamme – was auch immer das heissen mag.

Das Volk der Nibelungen war ein zufriedenes Volk, welches stets der Erhaltung dieses wundersamen Schatzes diente und so für Glück und Zufriedenheit sorgte.

Plötzlich aber begannen sich die Dinge zu verändern und vieles geriet in eine Schieflage. Der Schatz war gefährdet und statt zur allgemeinen Verwendung, sollte er nun nur mehr einigen wenigen vorbehalten sein. Um das durchzusetzen und dabei die Wahrheit zu verbergen, behauptete man, dass jeder, der den Schatz besass, ein Nibelunge sei… – egal, wie er ihn sich angeeignet hat. „Wer den Schatz hat, hat die Macht“, lautete das neue Motto, dem man nun ohne Skrupel alles unterwarf.

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Vorbei ging es an Burgen und Schlössern und es wurde in ihnen die Macht sichtbar, die sich dahinter verbarg – eine Macht, mit der man sich alles unterwarf, was in ihren Einflussbereich kam. Unsichtbare Hände griffen aus und entsprechende Gesetze zwangen alle zu glauben, dass alles mit rechten Dingen zuging. Macht gibt das Recht zu herrschen. Und wer herrscht, hat recht. Sollte sich jemand dagegen wenden, dann wehe ihm.

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Nibelungen sein, hiess: Hüter sein – Drachenhüter. Sie waren weder fleissig, noch mussten sie ständig etwas leisten, um ihren Schatz zu erhalten. Er war einfach da. Und er war für alle da. Ihn zu vermehren oder ihn gar zu besitzen, war ihnen völlig fremd. Der Schatz, das war ihre und der Erde natürliche Schöpferkraft und das Feuer, mit dem sie diese Kraft zum Ausdruck brachten.

Da aber taucht plötzlich der Held auf und er weiss es besser. Statt von den Hütern zu lernen, wendet er eine List an. Und er tötet den Drachen – in sich selbst freilich. Das ist der Fall heraus aus seiner ursprünglichen Kraft. Und es nützen ihm dann auch die unzähligen Tode anderer nichts mehr. Ihr Blut wird ihm nur scheinbare Macht verleihen können. Seine eigene aber hat er verspielt.

Sein Fall wird jedoch fortan als Sieg „besungen“, der ihm das „natürliche“ Recht gibt, alles weitere unter seinem Namen zu „befrieden“. Er besitzt ab nun die Macht, die Macht des Gefallenen (Engels). Und mit einem „eisernen Ring“ fordert er sie ein.

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Wie Perlen reihen sich der Donau entlang die Geschichten aneinander, die von dieser neuen „Macht“ erzählen, von ihren unendlichen Kriegen und von den Helden, die ein Recht darauf haben, sich alles zu unterwerfen und die man deshalb unsterblich und unverwundbar erscheinen lässt, obwohl sie es in keiner Weise sind.

Hoch oben stehen die steinernen Burgen und Schlösser. Von dort aus kann man alles überblicken und überwachen. Und man kann auch andere abwehren, die versuchen, den gestohlenen Schatz noch einmal zu stehlen…

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Man beruft Tafelrunden ein und berät darüber, wie man den Gral in die Hand bekommen könne (von dem man gleichzeitig behauptet, dass man ihn besitze) – am besten, ohne dass man sich selber dabei die Hände schmutzig macht. Und man denkt und denkt darüber nach… bis man zu später Stunde wein-trunken dieser Sisiphos-Arbeit zumindest für eine Weile zu entkommen sucht.

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Die Hüter und ihr Volk aber haben sich zurückgezogen und die Helden in ihrem Glauben bzw. in ihrer Lüge belassen, dass sie den Schatz an sich gerissen hätten und besitzen würden. Tief im Inneren leben sie und sie beleben von unten die Erde und ihre Bewohner, um ausgleichen zu helfen, was oben an Zerstörung und Spaltung geschieht.

Die neuen Machthaber spüren das natürlich und sie wissen genau, was los ist. Das aber bringt sie in eine unbeherrschbare Wut, die wie ein zorniges Feuer alles erfasst, was im Weg steht. Denn sie wollen den wahren Schatz, um jeden Preis. Wo sie jemanden damit vermuten, machen sie alles dem Erdboden gleich. Ansonsten aber sind sie verfangen in Raubzügen, Mord, Rache und Opferung der Menschen für ihren eigenen Zweck… während diese an die ehrbare Macht ihrer Beherrscher glauben und ihnen das Recht für ihr Tun einräumen, indem sie das Knie vor ihnen beugen.

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Engelhartszell mit dem Trappistenkloster Engelszell ist eine von vielen solcher Einrichtungen – besonders entlang der Donau – und sie sind auf bestimmte Weise alle miteinander verbunden. Der grösste Teil des österreichischen Kl-Österreiches unterstand für eine ganze Weile dem Bistum Passau und vieles wurde auch von dort aus gegründet.

Um die Suche nach dem Gral, dem grossen Schatz, nicht der barbarischen Haltung (und wie sollte es anders sein) der daran beteiligten Krieger zum Opfer fallen zu lassen, musste eine ordnende Macht her, die sie lenken konnte – damit man sich nicht gegenseitig „zerfleischte“ … und auch, damit der Plan doch stetig weiter verfolgt werden konnte.

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Die Römer hatten es zuvor bis hier herauf zur Donau geschafft und auf vielerlei Weise die Grundlagen für den grossen Raubzug gelegt. Dann sind sie an ihrer eigenen Dekadenz untergegangen und eigentlich waren sie sowieso nur die Steigbügelhalter jener Macht, die man seit einer ganzen Weile bereits von Ägypten Richtung Rom transferierte – alles natürlich heimlich, unauffällig und leise.

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Als Rom dann in Form von christlichen Heerscharen den Kontinent überrannte, mussten die alten Hüter abtauchen. Da sie wussten, was kommen würde, waren sie auch darauf vorbereitet… und sie brachten den kostbaren Schatz des Planeten an die besten Plätze, die sie kannten.

Da sie weder von Macht, noch von Besitz oder sonstigem abhängig waren, setzten sie ihre Hüterschaft unbeirrt fort, um an einem zukünftigen Zeitpunkt erneut hervorzutreten und den Schatz mit der Erde und ihren Bewohnern wieder zu teilen.

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Draussen aber sollte man inzwischen erzählen, dass dieses Volk der Sagen irgendwo im Norden oben gelebt habe, vielleicht in Norwegen. Das geschah, um es aus dem Gedächtnis des Volkes zu verbannen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und wie vieles andere auch, so diente es nur der Ablenkung, während man unbemerkt die Herrschaft der (neuen) Nibelungen über die (wahren) Nibelungen einsetzte.

Man sprach von ihnen auch als Zwerge, die in finsteren Höhlen hausen würden. Und das stimmte auch zu einem guten Teil… weil ihnen nichts anderes mehr übrig geblieben war, um den Schatz zu retten. Im Gedächtnis des Volkes war freilich einiges davon erhalten geblieben.

Zudem ist kaum etwas von diesem Volke jemals an die Öffentlichkeit gekommen. Vielmehr hat man sich trickreich ihren Namen einverleibt und ihn für eine andere Geschichte verwendet. Und man bezeichnete seitdem alles, was mit den ursprünglichen Nibelungen verbunden war, als heidnisch und mythisch, um es so abzuwerten und es in ein Fabelreich zu verbannen… die neue Eroberermacht aber als „heldenhaft“ und adelig darzustellen.

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Danu, die Donaugöttin, lauschte und immer wieder war sie selber es, die die Geschichten erzählte. Als wir uns dieser geheimnisvollen Schlinge näherten, welche ich vor ein paar Tagen nur an ihren jeweiligen Enden gesehen hatte, wurde sie unruhig… und sie begann sich hin und her zu bewegen. Lange schaute ich ihr zu, ohne zu begreifen.

Plötzlich aber sah ich den Drachen in der Landschaft liegen, um den sie sich nun wie eine Schlange herumschlängelt. Die Schlange also ist das Geheimnis dieser Schlinge… denn hier liegt die Erinnerung an den Drachenhüter, der durch die feurige Bewegung der Schlange lebendig gehalten wird.

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Der wahre Schatz kann niemals gestohlen werden und er braucht auch nichts vortäuschen. Aber das ist sein Geheimnis und es wird von den Nibelungen genauso gehütet, wie der Schatz selber. Der wahre Schatz nämlich kann nur mit diesem Feuer empfangen werden, und es ist das Feuer, das auch in unseren Herzen brennt.

Immer schon hat dieses Volk im Inneren der Erde uns daran zu erinnern versucht. Und so wie die Nibelungen hier, so gibt es überall noch viele andere solcher Völker auf der Erde.

Statt der Hüter kamen auf die Erde und zu den Menschen die Götter, die sich als Helden ausgaben und deren Heldentum ausschliesslich darin bestand, dass sie rauben und stehlen, was sie selber nicht mehr haben, weil sie statt der Macht des Schatzes ihre eigene Macht bevorzugten. Das war ein weltweites Thema und sie haben dabei den Kampf um einen Schatz vorgetäuscht, der nicht einmal im Entferntesten etwas mit dem wahren Schatz zu tun hat.

Dennoch wurde um diesen Schatz, der nicht vorhanden ist, ein riesiger Kult veranstaltet, über den man die Menschen gezwungen hat, die falschen Geschichten als wahr anzuerkennen.

Das metallene Gold wurde dabei zum Symbol für diese Macht… die vorgetäuscht war. Es ist deshalb eine Macht, die verblendet. Dahinter hat man die Tatsache versteckt, dass man eigentlich gar nichts in der Hand hat – und noch weniger im Herzen. Indem man aber den „Herrn der Ringe“ spielte, konnte man für eine Weile einen ziemlichen Eindruck machen.

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Flüsternd zog Danu sich damit in ihre eigenen Tiefen zurück… und ich machte mir bewusst, wiesehr alle Heldengeschichten den Tod der Drachen brauchen. Der Held wird nur zum Helden, wenn er die wahre Lebenskraft zerstört. Was in sich ein völliger Widerspruch ist, denn Drachen und Leben lassen sich in keiner Weise zerstören.

Die einzige Heldentat eines Helden ist deshalb sein Versuch, beide zu über-listen und dann den unwahren Schatz zu horten (der Schatz der Nibelungen wird deshalb auch Hort genannt). Was dabei herauskommt, wenn ein nicht vorhandener Schatz (zum Beispiel auch in Form von virtuellem Geld und anderem) mit Zähnen und Klauen verteidigt wird, können wir rundherum sehen…

Zum wiederholten Male werden wir auf dieser Fahrt durch-geschleust durch diese dunklen Kanäle und „Gebisse“, über die man das Wasser des Flusses blockiert, umleitet und absaugt. Das ist sehr symbolisch für eine Macht, hinter der nur Strohfeuer brennt und die, weil sie den Schatz nicht kennt, ständig hungert nach mehr und immer mehr. Da wird dann blockiert und abgesaugt, bis der natürliche Organismus eines Menschen, eines Volkes oder eines Planeten zusammenbricht.

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Die Nibelungen-Hüter in den Tiefen dieser Landschaft halten das Feuer am Brennen und sie gleichen aus, was möglich ist. Davon zeugen die Schönheit ihrer Auen, ihrer Wälder, ihrer Felsen und die Lebendigkeit ihrer Tiere und Pflanzen… Und dann ist da die Kraft des Wassers.

Unser Schatz liegt hier verborgen und es ist unsere Aufgabe, ihn jetzt zu heben – und zwar, indem wir aufhören, den offiziellen Geschichten und Machtansprüchen jene Bedeutung zuzumessen, die man dafür gerne haben möchte… Stattdessen sollten wir nun wieder das Feuer nähren, das in unseren Herzen brennt.

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Als wir in Linz dann unter der Nibelungenbrücke durchfuhren, waren wir an jener Kammer angekommen, die ich ein paar Wochen zuvor reinigen musste, weil sie ein Zentrum der Kräfte geworden war, die für einen falschen Schatz und eine leere Macht die Menschen opferten. Die Besatzung und zielgerichtete Verwendung dieser Stadt durch die Nazi war der bisher letzte Höhepunkt in diesem Spiel.

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Jetzt aber begann ich erst die wahre Bedeutung von alldem zu verstehen: Über tausende von Jahren war hier ein wichtiges Zentrum der Hüter des Schatzes… und als die räuberischen Banden der planetaren Geiselnehmer den Kontinent übernahmen, richteten sie sich auch hier ein, um ihre Rituale… durchzuführen. Doch der Schatz liegt viel tiefer verborgen und er wird uns nun langsam wieder zugänglich.

Man behauptet allerdings, es sei die günstige Lage dieser Stadt, die mit dem Traun-Zufluss gegeben sei, die sie so bedeutend gemacht habe. Das freilich ist zusätzlich noch zusätzlich ein wichtiger Punkt, da dieser Fluss aus dem Gebiet des Dachsteins kommt… und dort, wie wir wissen, ein Teil des Geheimnisses um Atlantis verborgen liegt.

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Hier habe ich lange gelebt… und eigentlich habe ich immer an irgend einem Donauzufluss gelebt. Linz war die „logische Fortsetzung“ eines Lebens in der Nazi-Zeit, in der die „Eliten“ und Schatzräuber den Probelauf für das Finale zur Planeten-Übernahme durchgeführt haben. Es war die atlantische Missbrauchskraft überkreuzt mit der Nazimacht – ein absolut zerstörerisches Unterfangen.

Wir wissen jetzt, dass der Kaiser weder Kleider noch eine goldene Krone trägt. Die alte Spaltung sitzt zwar noch tief in uns, doch müssen wir jetzt erwachsen – das heisst wirklich Menschen – werden. Wir selbst sind es, die diese Geschichte nun zu Ende führen werden, denn den kraftlosen Helden fehlt die Macht dazu. Und wir haben dabei mächtige Verbündete.

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Danu, die Göttin der Donau, stand hinter dem Heck des Schiffes, als ich es verliess. Sie blickte hinüber zu den machtvollen Hügeln der Stadt – machtvoll deshalb, weil in ihnen die Hüter des alten Schatzes versammelt sind. Und sie spürte, dass nun auch für sie die Geschichte der Spaltung an ein Ende kommen wird.

Später am Abend schrieb ich dann noch den ersten Bericht über die Donau: „Juni 2016: Donau“ und es war fast unglaublich für mich, dass ich vor weniger als einer Woche erst die Fahrt zum Donau-Ursprung gemacht hatte…

 

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